Taufe

Eltern haben Paten, Verwandte und Freunde eingeladen. Etwas aufgeregt sitzt die kleine Gesellschaft im Gottesdienst, meist in den ersten Reihen, manchmal etwas unsicher, ob sie sich auch richtig benehmen und ob die Hauptperson, der Täufling, nicht den Ablauf durch Geschrei stört. Irgendwann steht die ganze Gemeinde auf und spricht das Glaubensbekenntnis, zum GlĂĽck kann man den Wortlaut von einem ausgeteilten Faltblatt ablesen. Dann antworten Eltern und Paten auf die Frage, ob sie fĂĽr ihr Kind die Taufe wĂĽnschen, und ob sie ihm Gottes gute Botschaft nahe bringen wollen, die Worte: „Ja, mit Gottes Hilfe!“ Darauf bringen sie das Kind zum Taufbecken; Pfarrerin oder Pfarrer vollziehen die Taufe im Namen des dreieinigen Gottes mit Wasser und sprechen dem Kind den Taufspruch und Gottes Segen zu. Auch Eltern und Paten werden fĂĽr ihre Aufgabe gesegnet, dem Kind Wegbegleiter zu sein. Sie haben eine Taufkerze mitgebracht, die sie nun an der Osterkerze entzĂĽnden, vielleicht sprechen die Paten noch ein FĂĽrbittengebet. Später sagt die Mutter: Das war wirklich festlich, und beim Segen empfand ich richtig Gänsehaut!  

So kann ein Taufgottesdienst aussehen. Oder auch ganz anders, wenn etwa ein Erwachsener getauft wird, vielleicht in der festlich gestalteten Osternacht. Er hatte einige Gespräche mit dem Pfarrer geführt, vielleicht schon einige Gottesdienste und Kreise der Gemeinde besucht. Nun spricht er selber sein – manchmal selbst formuliertes – Glaubensbekenntnis und beantwortet selber die Tauffrage. Oder wenn Konfirmanden getauft werden, für die der Konfirmandenunterricht ihr Taufunterricht war. In der Urchristenheit war es der Normalfall, dass Menschen sich selber für das Leben in der christlichen Gemeinde entschieden, ihren Glauben bekannten und sich zum Zeichen dafür taufen ließen. Allerdings wird mitunter erwähnt, dass jemand sich „mit seinem ganzen Haus“ taufen lässt, da waren wohl auch Kinder eingeschlossen. Dann haben Eltern stellvertretend für die Kinder den Glauben bekannt und versprochen, ihre Kinder im christlichen Glauben zu erziehen. Zusätzlich haben Paten das Kind begleitet, bis es sich selber zum Glauben bekannte.

Heute stehen in unserer Kirche Säuglingstaufe und Taufe mündiger Christen gleichberechtigt nebeneinander. Wer seine Tauffrage selber mit Ja beantwortet, wird nicht vergessen, dass sein Beitritt zur Gemeinde eine bewusste Entscheidung war. Die Taufe der Kleinen kann veranschaulichen, dass Gottes Liebe allem Tun von Menschen zuvorkommt. Für die Eltern und Paten verbindet sich mit diesem Fest zugleich der Dank für das neue Leben, das Bewusstsein der Verantwortung für das Kind und die Bitte um Gottes Segen und Bewahrung.

Ein jeder Mensch kann auf seinen eigenen Wunsch getauft werden. Wird ein Kind getauft, sollte wenigstens ein Elternteil der evangelischen Kirche angehören; Paten sollen Mitglied einer christlichen Gemeinde sein, da sind auch andere Konfessionen möglich wie katholisch oder freikirchlich. Schließlich sprechen sie stellvertretend für das Kind das Glaubensbekenntnis und versprechen, „durch ihre Worte und ihr ganzes Leben ihm das Evangelium Gottes so nahezubringen, dass dem Kind der christliche Glaube und die christliche Gemeinde einmal selber etwas bedeuten“. Selbstverständlich können Ihnen nahestehende Freunde, die keiner Kirche angehören, am Gottesdienst teilnehmen, sie können auch mit am Taufbecken stehen, nur sind sie im rechtlichen Sinn keine Paten.

Wie melde ich mich oder mein Kind zur Taufe an? Sie gehen mit dem Familienstammbuch oder der Geburtsurkunde zu unserem Gemeindeamt und verabreden dort einen Termin für die Taufe: entweder in einem Sonntagsgottesdienst oder einem speziellen Taufgottesdienst am Samstag-Nachmittag, den wir einmal im Monat anbieten. Das Gemeindeamt gibt Ihnen ein Faltblatt mit Taufsprüchen zur Auswahl. Und es gibt Ihre Daten an den Pfarrer des Taufgottesdienstes weiter. Der wird sich bei Ihnen zu einem Taufgespräch melden, wo Sie über Ablauf des Gottesdienstes, Liedwünsche, Möglichkeiten Ihrer Mitbeteiligung und alle Fragen sprechen können, die Ihnen auf dem Herzen liegen. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind Gottes Segen!

Kommentare

Kommentar von Dörte Thinius |

Hallo,

Wir wĂĽrden unsere Tochter gerne taufen lassen. Wann kann ich dies bezĂĽglich bei ihnen im Gemeindeamt vorbei kommen um alles weitere zu besprechen?

Beste GrĂĽĂźe,

Dörte Thinius

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